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Seit Jahren sind die Schulen in Nordrhein-Westfalen beim Thema Streitschlichtung hoch engagiert – getragen durch den großen persönlichen Einsatz von Lehrkräften, Eltern und Schülern. Die vielfältigen Aktivitäten werden nun mit dem neuen Projekt „Konfliktmanagement an Schulen“ weitergehend unterstützt und gefördert, wie Sylvia Löhrmann, NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung, im Interview erläutert.

Von einer verbesserten Konfliktkultur profitieren alle

Ministerin Sylvia Löhrmann

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen

Frau Ministerin Löhrmann, warum ist Konfliktprävention beziehungsweise Mediation an Schulen heutzutage so wichtig?

Wo Menschen zusammenleben, können Konflikte entstehen. In der Schule lernen die Kinder und Jugendlichen nicht nur Fachgebiete wie Mathematik, Physik oder die Fremdsprachen kennen. Sie lernen auch den Umgang mit den Mitschülerinnen und Mitschülern.

Schülerinnen und Schüler können durch Mediation lernen, dass Streit und Auseinandersetzungen auf eine gute Art und Weise gelöst werden können. Sie erweitern ihre sozialen Kompetenzen und gewinnen ein höheres Selbstbewusstsein. Jede Ausbildungsstunde, die in Konfliktprävention investiert wird, zeichnet sich dadurch aus, dass wesentlich weniger Zeit für die Lösung von eskalierten Konflikten aufgewendet werden muss.

Kinder und Jugendliche sind heute in verschiedenen Medien und Computerspielen sehr viel mehr Szenen mit Gewalt und Aggressionen ausgesetzt. Hierdurch entsteht die Notwendigkeit, den Umgang mit Aggressionen und Gewalt auf neue Art zu lernen. Die Mediation ist ein ideales Verfahren, um die Ursachen und Auswirkungen von Aggressionen und Konflikten verstehen und lösen zu lernen.

Wo muss hier ganz konkret angesetzt werden, wo sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?

Im Schulleben gibt es eine Fülle von unterschiedlichen Konfliktsituationen. Die Konfliktfelder reichen von Beleidigungen über Mobbing bis hin zu körperlicher Gewalt. Alle großen Konflikte haben einmal klein begonnen. Die Chance von Mediation an der Schule besteht darin, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zeitnah und angemessen zu reagieren. Die Ausbildung von Schülerinnen- und Schülermediatoren ist ein Schlüssel für selbstverantwortete Konfliktlösung.

Inwieweit kann das neue, breit angelegte vom Schulministerium unterstützte Förderprojekt der ARAG SE die Lehrer nachhaltig unterstützen? Welche konkreten Vorteile sehen Sie für die beteiligten Schulen?

In dem Förderprojekt werden alle am Schulleben Beteiligten in ein gemeinsames Projekt eingebunden. Sie erhalten eine qualifizierte Ausbildung in Mediation nach gesetzlich geregelten Qualitätsstandards. Alle profitieren von einer verbesserten Konfliktkultur an ihrer Schule. Eltern werden aktiv in den Schulalltag integriert. Fachkräfte für Schulsozialarbeit können ihren Umgang mit Konflikten noch weiter professionalisieren. Lehrerinnen und Lehrer müssen weniger Konflikte lösen und können dadurch störungsfreier unterrichten. Die Ausgebildeten können nach Absolvierung eines Aufbaumoduls ein staatlich anerkanntes Mediationszertifikat bekommen. Schülermediatorinnen und Schülermediatoren haben bessere Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplatz. Schulmediation kann für Schulen ein Alleinstellungsmerkmal darstellen und ein Kriterium für die Schulwahl werden.

Mediation ist ein Schlüssel für selbstverantwortete Konfliktlösung.

Was erwarten Sie und Ihr Ministerium langfristig von diesem bundesweit einmaligen Aus- und Weiterbildungsprojekt?

Ich freue mich, dass die Partner sich für mindestens vier Jahre verpflichtet haben, dieses Projekt durchzuführen. Hierdurch ist gewährleistet, dass dieses Förderprojekt keine Eintagsfliege ist, sondern nachhaltig umgesetzt wird. Besonders wünschenswert ist, dass Schulen in NRW die Möglichkeit haben, in den nächsten Jahren an diesem Förderprojekt teilzunehmen. Inhaltlich erhoffen wir uns, dass sich durch Mediation und Konfliktprävention das Schulklima insgesamt verbessert. Und dass unsere Kinder und Jugendlichen auch im Umgang mit Konflikten für ihre spätere Berufsausbildung und auch in ihrem privaten Leben profitieren. Wir wünschen dem Projekt so viel Erfolg, dass es auch über den aktuellen Zeithorizont bis 2017 hinaus weitergeführt werden kann.

Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann

Ministerin Sylvia Löhrmann bei der Pressekonferenz zum Abschluss des 1. Ausbildungsdurchgangs des Förderprojektes "Konfliktmanagement an Schulen"

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